PJ-Tertial Innere in St. Hedwig-Krankenhaus (11/2018 bis 3/2019)

Station(en)
Station 4 (Kardio/Pulmo) und Station 63 (HämaOnko)
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Mir wurde das St. Hedwig als mittelmäßiges /durchschnittliches Lehrkrankenhaus empfohlen. Und diese Empfehlung möchte ich weitergeben:
Als kleines Krankenhaus lernt man das ärztliche Team recht schnell kennen, wenn man etwas einfordert (mal eine Aszitespunktion oder Knochenmarkpunktion machen), wird das schon versucht möglich zu machen, im Wesentlichen ist man aber auch hier Blutabnehmer und Flexülenleger. Dabei wird erwartet, dass man das schon von den Famulaturen kann, angeleitet wird man nicht wirklich, sondern leider allein gelassen damit. PJ-Logbuch wird ignoriert, zu den ärztlichen Fortbildungen darf man mitgehen.

Die Fortbildungen sind gar nicht so wenige (alle ein bis zwei Wochen eine), meist nachmittags und dauern eine Stunde. Sie meist motiviert vorgetragen von den Oberärzten oder gar Chefärzten, allerdings unzusammenhängend und willkürlich vom Thema her. Eine Gelegenheit, die wirklich auf Station häufigen Krankheitsbilder durchzugehen bzw. Patienten zu besprechen bieten sie nicht.
Studientage funktionieren echt super am St. Hedwig. Man kann sie kumulieren oder wöchentlich nehmen. Durch Wochenenddienste (07:30 bis 16:00) kann man sich auch welche dazu verdienen. Wirklich aufpassen, wann man da und weg ist, tut keiner, sodass man auch ohne Urlaubstage rauskommt, selbst wenn man welche genommen hat.

In meiner Zeit hat gerade der Chefarzt der allgemeinen Inneren Medizin (Königer) gewechselt. Auf unser Bitten hin hat er eine wöchentliche Lehrvisite wieder aufleben lassen, die mit ihm wirklich klasse war. Der Chefarzt der Kardio/Pulmo hingegen ist eher studentenunfreundlich, seine (nicht-Lehr)Visiten sind super kurz und nicht selten von bissigen Kommentaren gegen seine Assistenzärzte gespickt.

Die Station 63 (HämaOnko) war gut organisiert, lebt (aber) von Dauerpatienten, die jede zweite Woche wiederkommen, um erneut eine Chemo zu erhalten. Entsprechend sind die Ärzte wenig an den Aufnahmebefunden interessiert, die man als motivierter PJ'ler erhebt, die Visite geht so schnell, dass man als PJ'ler kaum hinterherkommt, Diagnostik wird nicht mehr viel gemacht und Briefe werden von den Stationsärzten mit copy+paste geschrieben, sodass man das hier (anders als auf den anderen Stationen) nicht lernt. Dafür kommt man nachmittags früh raus. Hier auf der Station lernt man Port-Anstechen, ZVK-Anstechen und Knochenmarkpunktion.

Meine Tipps an Nachfolger: nicht bloß zu den PJ'ler Fortbildungen gehen, sondern auch die mittwochs stattfindenden ärztlichen Fortbildungen mitnehmen, viele Wochenenddienste mitmachen oder vielleicht auch mal einen Nachtdienst, denn auf der kleinen Rettungsstelle lernt man mehr als auf Station.

Zusammenfassend: Team überwiegend freundlich; ich hab' viel über den Stationsalltag und -ablauf gelernt, aber weniger über Innere Medizin als erhofft.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Notaufnahme
Eigene Patienten betreuen
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Braunülen legen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
2
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
1
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.13