PJ-Tertial Chirurgie in Cho Ray Hospital (11/2018 bis 1/2019)

Station(en)
Thorax, Hepato-Biliary, Orthopädie
Einsatzbereiche
OP
Heimatuni
Luebeck
Kommentar
Generell gesehen waren die 2 Monate am Cho Ray Hospital eine sehr interessante Erfahrung, da man hier ein komplett anderes Gesundheitssystem kennen lernen kann. In Krankenhaus ist es üblich, dass sich bis zu 11Patienten ein Zimmer teilen und von den Angehörigen gepflegt werden, da die Krankenschwestern nur für die Medikamentenausgabe zuständig sind. Die Angehörigen schlafen teilweise auch unter den Patientenbetten oder in den Fluren auf Bambusmatten.
Ich habe die 2 Monate in 3 Wochen Thoraxchirurgie, 3 Wochen Hepato-Biliary und 2 Wochen Orthopädie aufgeteilt. Die Thoraxchirurgie kann ich weiterempfehlen, da der Chef ganz gut englisch spricht und somit zumindest die Röntgenbesprechung im Morning Meeting auf englisch ist. In den anderen beiden Departments gab es kaum einen Arzt mit welchem man englisch sprechen konnte. Offiziell bekommt man in jedem Departement in welchem man ist einen Supervisor zugeteilt, der einem alles erklären und zeigen soll. Nach der Morgenbesprechung war dann ca. 45min Zeit zum frühstücken in der Kantine, welche ich empfehlen kann. Danach geht man in den OP und kann dort zusehen.
Sich selber steril einzuwaschen ist nur selten möglich, so durfte ich nur 1x in der Thorax und 1x in der Hepato-Biliary mit an den Tisch, wobei man hier dann auch meist nur der 3. bis 5. Assistent ist. Generell gibt es hier sehr viele Assistenzärzte, die steril mit eingewaschen sind.
Meist bin ich dann zwischen 11 und 14Uhr nach Hause gegangen, wobei es auch keinen gestört hat, wenn man schon eher gegangen ist.
Es war auch möglich mehere Tage frei zu nehmen, was ich aber immer vorher meinem jeweiligen Supervisor mitgeteilt habe.
10Tage vor Ende des Aufenthaltes kann man sich im Trainings-Departement seine Bescheinigung für die Uni und noch ein Zertifikat abholen.
Wir waren eine Gruppe von 7 deutschen Studenten und noch meheren australischen Austauschstudenten, da das Krankenhaus sehr beliebt ist bei PJ`lern.

Allgemein zum Leben in HoChiMinh lässt sich sagen, dass es deutlich günstiger ist, was Essen und Lebenshaltungskosten angeht, als in Deutschland. So waren wir 1x die Woche im Kino und jeden Abend zum essen draußen. Ansonsten ist es eine sehr laute und quirlige Großstadt, wobei man sich nach ein paar Tagen gut daran gewöhnt hat. Mit Grab kommt man auch gut überall hin, auch mitten in der Nacht. Auch habe ich mich nie unsicher gefühlt, selbst wenn ich nachts allein nach Hause gelaufen bin.

Zusammenfassend waren die 2 Monate in HoChiMinh eine sehr lehrreiche und auch intensive Zeit, die ich nicht missen möchte, auch wenn der Lerngewinn im Krankenhaus nicht so hoch war.
Bewerbung
Ich habe mich ca. 1Jahr im voraus per Email am Cho Ray Hospital beworben. Die Bewerbung lief komplett über Email Kontakt und war acu relativ unkompliziert, die Bewerbungsunterlagen musste man am 1. Arbeitstag nochmals im Original/Kopie im Trainings-Departement abgeben. Ich habe mich aufgrund der vorherigen BEwertungen entschieden nur 2 Monate am ChoRay zu verbringen, was ich auch empfehlen würde, wenn man plant Chirurgie nach seinem Abschluss zu machen, da man nicht wirklich viel lernt in der Zeit dort.
Für die Einreise genügt ein 3-monatiges Touristenvisum, welches ich bei der Botschaft in Berlin beantragt habe und auch innerhalb von 1 Woche bekommen habe.
Ich habe mir über Air BnB eine Unterkunft im District 1 gebucht und bin dann jeden Tag mit dem Bus ins Krankenhaus gefahren, was gut möglich war durch das gut ausgebaute Busnetz in HoChiMinh.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Bildgebung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Gebühren in EUR
ca. 300 Euro/Monat

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
3
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
2
Unterricht
5
Betreuung
4
Freizeit
1
Lehre auf Station
4
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.87