PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Sophien- und Hufeland- Klinikum (3/2018 bis 7/2018)

Station(en)
CH1
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
Jena
Kommentar
Ich habe mich für die Klinik entschieden, weil diese in den Bewertungen von vorhergehenden PJlern sehr gut abgeschnitten hat. Außerdem ist die Abteilung relativ klein und ich hatte bereits bei einer Famulatur in einer kleinen chirurgischen Klinik sehr gute Erfahrungen gemacht. Leider zeigte sich in meiner ersten Woche schon, dass es im Sophien- und Hufelandklinikum Weimar etwas anders abläuft.
Zuersteinmal war die organisatorische Planung seitens des Klinikums und der PJ- Beauftragten mangelhaft. Am ersten Tag bekamen wir Namensschilder und Mappen mit wichtigen Unterlagen ausgehändigt und mussten uns dann im Laufe des Tages selbstständig um Spindschlüssel, Dienstkleidung und Essensangelegenheiten kümmern. Da wir alle alt genug sind, war das kein Problem und mit Durchfragen konnte man alle Orte gut finden. Allerdings geht das auch anders, in der Klinik meines vorhergehenden Tertials wurden alle PJler begleitet und man bekam gleich noch eine Führung durch das Krankenhaus, was ja am Anfang in einer neuen Klinik vorteilhaft ist. Das größere Übel allerdings war, dass die Spindschlüssel nicht reichten. Alle männlichen PJler mussten sich auf Station umziehen, weil laut Auskunft des Schlüsselverantwortlichen die Klinik dieses seit Jahren bestehende Problem nicht lösen könne. Ich schilderte das Problem der PJ- Beauftragten, diese kümmerte sich erst nachdem ich Sie mehrmals anrief. Und auch nur ich bekam einen Spind, der Rest musste sich bis zum Ende des Tertials weiterhin auf Station umziehen.
Nun aber zur eigentlichen Bewertung der Allgemeinchirurgie. Wenn ihr gerne Blutabnehmen und Flexülen legen möchtet, kann ich euch diese Station empfehlen! Denn mehr macht ihr dort auch nicht. Die Hauptsorge der Assistenzärzte ist, dass die PJler das Blut abnehmen, denn der Großteil (bis auf wenige Ausnahmen) der Assistenzärzte ist sich zu schade fürs Blutabnehmen. Vereinzelt konnte ich einfache Verbände machen, aber die Betreuung von eigenen Patienten war nie möglich und anscheinend auch nicht gewünscht. Briefe schreiben konnte man, aber es gab nie ein Feedback. Während der morgendlichen Visite musste man Blutabnehmen, ich habe das Problem angesprochen, 2 Wochen konnten wir das Blut nach der Visite abnehmen, danach gab es Ärger, weil an einem Tag ein Assistenzarzt mehrere Blutabnahmen machen musste (an anderen peripheren Kliniken ohne PJler ist das Alltag...). Ansonsten waren die Visiten auch wenig lehrreich, man wurde als PJler ignoriert, auch vom Chef, man hatte nie das Gefühl, dass man sich in einem Lehrkrankenhaus befindet.
Der Kontakt zur Pflege war durchwachsen, einige der Schwestern waren einfach unverschämt.
Im OP war zumindest der Kontakt zur Pflege sehr angenehm. Aber als PJler war man nur als Hakenhalter im OP und mehr hat man auch nicht mitgenommen, ich durfte im gesamten Tertial vielleicht insgesamt 10mal nähen. Eigene kleine OPs waren nicht möglich. Auf Fragen wurde, je nach Laune des Operateurs, geantwortet.
Um einmal etwas Positives zu nennen: Die Studientage waren jede Woche möglich und man konnte sie sich frei einteilen, insofern natürlich wenigstens einer zum Blutabnehmen und Hakenhalten da war.
Ich kann diese Klinik nicht empfehlen, ich habe in meiner chirurgischen Famulatur mehr gelernt als in diesen 4 Monaten.
Es ist allerdings so, dass ab Ende diesen Jahres ein neuer Chef anfängt, der von einem Uniklinikum kommt, was durchaus dazu führen kann, dass sich die Bedingungen für PJler zum Positiven wenden können.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
649 Euro

Noten

Stimmung Station
4
Kontakt zur Pflege
4
PJler-Ansehen
6
Stimmung Klinik
5
Unterricht
5
Betreuung
4
Freizeit
4
Lehre auf Station
5
Insgesamt
5

Durchschnitt 4.80