PJ-Tertial Chirurgie in Triemlispital (9/2018 bis 11/2018)

Station(en)
VTG, AHU
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Station:
Hier gibt es im Triemli-Spital keine festen Aufgaben für die Unterassistenten. Eigentlich sind die Unterassistenten, die auf Station eingeteilt werden, dafür da, um im OP zu assistieren. Wenn viele Unterassistenten da sind, wird nicht jeder eingeteilt und man muss seine Zeit irgendwie auf der Station verbringen. Der Ablauf dort ist im Wesentlichen vom Interesse der Stationsärzte abhängig.
Die ersten zwei Wochen war ich dort auf der Thorax- und Gefäßchirurgie eingeteilt. Dort hatte ich im Grunde gar nichts zutun. Wenn ich die Assistenzärztin gefragt habe, ob ich ihr irgendwie helfen kann, wurde das freundlich abgelehnt, so dass ich überhaupt keine Einbindung in den Stationsalltag erfahren habe. In diesen zwei Wochen war ich genau einmal zusammen mit ihr auf Visite. Außerdem habe ich noch zwei bis drei EKGs durchgeführt und einmal sogar bei einem deliranten Patientin eine Stunde als Sitzwache fungiert, weil die Pflege unterbesetzt war. Ich hatte aber vermutlich auch etwas Pech mit der zuständigen Ärztin. Als ich sie darauf ansprach, dass ich ja nichts zutun hätte, meinte sie, dass ich einfach bei den Viszeralchirurgen bei der Visite mitgehen sollte, obwohl ich eigentlich in Thorax- und Gefäßchirurgie eingeteilt war... Das war jedoch nicht überall so. Bei einem anderen Unterassistenten, der in der Viszeralchirurgie eingeteilt war, hat die Assistenzärztin viel erklärt und sich sogar extra Zeit genommen uns zu dritt ein wenig zu prüfen. Trotzdem ist es ungewohnt als Unterassistent so wenig Aufgaben zu haben, da in der Schweiz Blutabhnehmen und Viggos legen vom Pflegepersonal durchgeführt wird.

Notfall:
Auf dem Notfall besteht die Aufgabe der Unterassistenten im Wesentlichen darin die stationären Aufnahmen zu machen. Das sind reine Standartprozeduren, in denen man alle möglichen Informationen erfragt und noch eine kurze allgemeinchirurgische Untersuchung durchführt. Die Spezialbefunde werden zuvor bereits durch die Assistenzärzte erholen. Da nur die wenigsten Assistenzärzte einem Bescheid sagen, wenn sie den Erstkontakt mit dem Patienten durchführen, ist hier Eigeninitiative gefragt und man muss Bescheid sagen, dass man gerne mitkommen möchte.
Außerdem arbeitet man im Schichtdienst und/oder an den Wochenenden. Entweder von 7:30 Uhr bis 16 Uhr oder von 14:45 bis 23:45 Uhr oder die Nachtschicht von 23:30 Uhr bis 7:00 Uhr morgens. Wenn es ruhig ist, wird man in den Nachtschichten aber manchmal auf Abruf ins Wohnheim geschickt. Auch hier ist es einfach sehr von den Assistenzärzten abhängig. Es gibt zwei sehr engagierte Assistenzärzte, die einen selbstständig mitnehmen, einem interessante Sachen zeigen und das Wissen testen und wiederum andere, die einem höchstens sagen, dass noch ein Patient aufgenommen werden muss. Am Abend oder in der Nacht muss man häufig mitoperieren außerdem kann man, je nach Assistent selbstständig Platzwunden nähen.

APZ-Klinik:
Im ambulanten Operationszentrum bearbeitet man die Fälle von Patienten, die über das APZ in die Klinik eintreten. Hier kann man fast vollständig selbstständig arbeiten und sitzt in einem eigenen Zimmer mit Untersuchungsliege und sieht Patienten, denen eine baldige OP bevorsteht. Man führt die Aufnahme durch und macht ebenfalls nochmal eine kurze körperlicher Untersuchung. Außerdem setzt man Clexane an und entscheidet auch, ob die Patientin präoperativ noch ein Labor oder weitere Untersuchungen erhalten soll. In den ersten Tagen ist hierfür eine gewisse Einarbeitung notwendig und zur Not hat man auch immer noch einen Assistenzarzt im Zimmer nebenan oder einen Oberarzt, den man telefonisch erreichen kann. Dieser Arbeitsplatz ist eigentlich dafür gedacht die Assistenzärzte, die neu in die Klinik kommen, mit den präoperativen Basics vertraut zu machen. Inzwischen wird jedoch regelmäßig ein Assistenzarzt abgezogen und durch einen Unterassistenten ersetzt. Im Gespräch zweier Oberärzte habe ich auch gehört, dass man plant diese Stelle langfristig mit einem Unterassistenten zu besetzen.

APZ:
Hier hat man, wie bereits in anderen Bewertungen schon erwähnt, einen reinen Sekrätersjob und arbeitet am Computer prä-OP Patientenfälle auf, die man später am Röntgenrapport vorstellen muss. Im Endeffekt sucht man Informationen heraus, die bereits im System vorhanden sind und präsentiert sie lediglich etwas übersichtlicher. Ich habe bis zum Ende nie genau verstanden, wozu diese Arbeit gemacht werden muss. Für mich wirkte das Ganze eher wie Beschäftigungstherapie und massive Papierverschwendung.

Fazit:
Insgesamt muss man sagen, dass der Begriff UnterASSISTENT im Triemlispital ziemlich genau umgesetzt wird. Man ist der Assistent der Assistenzärzte und führt immer wieder ähnliche kleinere Aufgaben aus, die man nach wenigen Tagen beherrscht, ohne dass es zu einem wirklichen Zugewinn von Wissen kommt. Ein paar Assistenzärzte sind hervorzuheben, die einem mehr zutrauen und auch an spannenderen Sachen teilhaben lassen. Außerdem sind durchweg alle Mitarbeiter, sogar die OP-Schwestern (!) extrem freundlich und es herrscht eine gute Stimmung.
Dennoch würde ich das Triemli-Spital nicht zur Weiterbildung empfehlen, weil man medizinisch leider nur sehr wenig lernt und nicht wirklich ausgebildet wird, sondern kleinere minimal-medizinische Aufgaben erfüllt, für die man nicht unbedingt Medizin hätte studieren müssen.
Bewerbung
ca, 1 Jahr vorher
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Nahtkurs
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Mitoperieren
Röntgenbesprechung
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Notaufnahme
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
952 Franken

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
3
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
4
Betreuung
3
Freizeit
2
Lehre auf Station
3
Insgesamt
3

Durchschnitt 3.00