PJ-Tertial Psychiatrie in Juedisches Krankenhaus (5/2018 bis 9/2018)

Station(en)
Suchtstation, Akutstation
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Frankfurt
Kommentar
Mein PJ-Tertial an der Psychiatrie im Jüdischen Krankenhaus Berlin hat mir sehr gut gefallen. Das Haus ist recht klein. Die Psychiatrie hat drei Stationen und eine Tagesklinik. Als PJlerin wird man auf die Suchtstation und die Akutstation eingeteilt und wechselt nach der Hälfte des Tertials. Nach Rücksprache ist es aber auch möglich, mal in die Tagesklinik oder die DBT-Station reinzuschauen. Auf der Suchtstation werden qualifizierte Entzugsbehandlungen von jeglichen Substanzen vorgenommen. Das ist nach ein par Wochen recht überschaubar. Ich konnte dort frühzeitig eigenständig arbeiten. Die Akutstation wird zumeist offen geführt und zeigt gemischte Krankheitsbilder wie ebenfalls Entzugspatient*innen, Menschen mit depressiver Symptomatik, psychotischen Symptomen, manischen Phasen, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen usw.. Insgesamt ist die Klinik spezialisiert für Suchterkrankungen und das DBT-Programm. Auf der Akutstation sind eher "gemäßigtere" Krankheitsbilder. In meiner Zeit musste z.B. niemand fixiert werden oder so. Das ist in anderen Akutpsychiatrien bestimmt ein bisschen anders.
Ich habe mich im Team immer sehr wohl gefühlt. Es herrscht eine gute Stimmung und die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Therapeut*innen, Sozialdienst und Mediziner*innen hat mich beeindruckt. Es gibt ständig Rücksprachen im Team.
Ich durfte sehr eigenständig arbeiten: Aufnahmegespräche, Eingangsuntersuchungen, "meine" Patient*innen visitieren, Briefe schreiben, Aufnahmen der Oberärztin vorstellen. Insgesamt habe ich einen guten Überblick über die ärztliche Versorgung psychiatrischer Patient*innen bekommen, denke ich. Dabei wurde mir recht früh freie Hand gelassen, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Ich durfte erst mal drauf los arbeiten. Gleichzeitig konnte ich jederzeit Rücksprache halten und Verantwortung abgeben, der ich mich nicht gewachsen fühlte. Es war eigentlich immer genug Zeit, um meine Fälle, mein weiteres Vorgehen und meine Fragen nochmal durchzusprechen.
Gefehlt hat mir der PJ-Unterricht. Man kann als Psychiatrie-PJlerin an den Seminaren der anderen Fachbereiche teilnehmen. Aber speziellen PJ-Unterricht für Psychiatrie gibt es nicht. Praktisch habe ich viel gelernt. Für das Examen fühle ich mich nicht gut vorbereitet. Das muss man dann wohl noch alleine nacharbeiten. Leider habe ich auch nicht viel Zeit gefunden, mal mit in die Therapiegruppen, Ergotherapien, Bewegungstherapien zu schauen. Ich war einfach immer schon recht beschäftigt mit der Versorgung der mir zugeteilten Patient*innen. Aber das lässt sich bestimmt auch organisieren.
Die Arbeitszeit ist von 08:30 bis 16:30 Uhr. Ich durfte früher gehen, wenn nichts los war. Bin aber auch mal länger geblieben, um meine Arbeit fertig zu bekommen. In der Regel achten alle sehr darauf, dass man pünktlich gehen kann. Zum Mittagessen kommt man immer. Meistens geht das ganze Stationsteam gemeinsam essen. Man bekommt einen Kittel gestellt, darunter trägt man seine zivile Kleidung.
Bewerbung
Bewerbung läuft unkompliziert über das PJ-Portal. Der Rest ist sehr gut organisiert. Die Sekretärinnen sind sehr nett.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Untersuchungen anmelden
Rehas anmelden
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
2
Unterricht
5
Betreuung
1
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.60