PJ-Tertial Nephrologie in Charite Campus Virchow (3/2017 bis 7/2017)

Station(en)
46
Einsatzbereiche
Diagnostik, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Als externer Student habe ich mich für ein Tertial in Berlin entschieden und habe schließlich noch einen Platz in der Charité Campus Virchow bekommen. Auch deshalb, weil sonst nichts anderes frei war.
Gleich am ersten Tag trifft man sich mit Frau L. aus dem PJ-Büro (sehr nett) und trägt sich für das jeweilige Fachgebiet ein, das man gerne sehen möchte bzw. in dem man gerne arbeiten möchte. Am Besten hier zur Sicherheit noch einmal die wichtigsten Unterlagen mitbringen.
Zunächst trägt man sich für eine Fachrichtung ein, allerdings kann man (außer man entscheidet sich für die Notaufnahme) mit Tauschpartner nach 2 Monaten in eine andere Abteilung wechseln.
So wurde es für mich die Nephrologie, mit dem Gedanken nach 2 Monaten zu tauschen (daraus wurde wie bei fast allen aus Gewohn- und Faulheit dann doch nix :D)

Zunächst wurden wir (2 PJler in der Nephro) von dem PJ-Beauftragten der Nephrologie kurz begrüßt und es wurde das wichtigste (neues PJ-Logbuch, regelmäßige Zwischengespräche,...) angesprochen. Das machte alles einen sehr guten Eindruck und wir wurden auf die Stationen aufgeteilt. DIe Zwischengespräche fanden dann aber leider nicht mehr statt, hab es selbst allerdings auch nicht drauf angelegt.

Zu Beginn war alles sehr chaotisch und die mir waren Abläufe (die wie ich finde auch recht eigen sind) noch komplett unklar. Zum Glück gab es "alte" einen PJler und Famulanten, die mir das wichtigste auf Station und mir auch den Weg zur Kittelausgabe zeigten.
Die Kittelausgabe ist im Übrigen der reinste Witz. Man bekommt einen Kittel ausgehändigt. EINEN! Man hat keinen Spind oder ähnliches, sonder lagert seine Sachen im Schrank im Arztzimmer und hängt den Kittel im Arztzimmer auf. Auf Nachfrage bekommt man eventuell auch eine Hose dazu, aber gewünscht ist das auf keinen Fall und man muss Glück haben und das richtige Personal an der Ausgabe erwischen. Famulanten bekommen nicht mal einen Kittel sonder bringen diesen von zuhause mit (waschen den also auch daheim). Mit Hygiene hat das meiner Meinung nach nix zu tun...

Der Ablauf auf Station ist im Grunde folgender:
- ca. 8 Uhr: auf Station umziehen und gleich anfangen Blut abzunehmen (mindestens 15x pro Tag, mein Maximum waren ca. 30 an einem Morgen!)
- 8.45 Uhr: Frühbesprechung aller Nephro-Ärzte
- 9.15-X Uhr: Weiter Blutabnehmen und dann schnellstmöglich zu Visite dazu
- sobald das geschafft ist, treffen die ersten elektiven Patienten ein, denen man auch Blut abnehmen und eine Nadel legen darf
- gegen 13 Uhr: 4x wöchentlich Fortbildungen der unterschiedlichen Fachrichtungen der Inneren (fanden eigentlich ziemlich regelmäßig statt, was mich auch gewundert hatte...)

Von der Pflege wurde ich hauptsächlich ignoriert und wenn überhaupt, recht unfreundlich behandelt. Man ist halt einer der 1000 PJler die ein und aus gehen. Es bestand grundsätzlich kein oder kaum Kontakt zwischen Ärzten und Pflege.

Die Ärzte (vor allem Assistenzärzte) auf Station sind alle super nett, witzig und erklären viel! Die OÄ schauen einen im Grunde kaum an, aber Fragen werden dann doch beantwortet. Chefvisite gibt es im Grunde nicht.
Knochenmarkspunktionen, Liquorpunktionen und andere Sachen die auf Station anfallen durfte man als PJler unter Anleitung durchführen, super Sache. Je nach Interesse kann man auch auf die Dialysestation schauen oder beim Shaldon/ZVK-Legen zuschauen. Ich war eine Weile ganz alleine auf Station, dann waren mal wieder einige Famulanten und andere PJler da, hängt ganz davon ab, ob Semesterferien oder nicht.

An sich ist die Nephrologie grundsätzlich für das PJ wie ich finde eine gute Sache, weil die Patienten meist so multimorbide sind, dass für jede Fachrichtung was dabei ist und man recht viel sieht. Auch wenn das nephrologische oft doch sehr komplex und tiefgehend ist, zumindest für kleine Studenten.
Ob das Ganze an der Charité stattfinden muss, ist jedoch ziemlich fraglich. Man ist oftmals doch einfach eine billige bzw. kostenlose Arbeitskraft, die zum Blutabnehmen und Nadellegen da ist. Geboten wird von der PJ-Organistation her im Grunde kaum was (kein Spind bzw. Möglichkeit etwas abzuschließen, kaum Arbeitskleidung,...). Sind halt doch auch so genügend PJler da.
Kontakt zu den Assistenzärzten war super, keine Frage!
Charité an sich auch sehr interessant, weil es einfach viele Fälle gibt, die man woanders nicht sieht... hier ist tatsächlich das Seltene häufig!
Unterricht
4x / Woche
Inhalte
EKG
Fallbesprechung
Prüfungsvorbereitung
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Röntgenbesprechung
Punktionen
Blut abnehmen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
5
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.27