PJ-Tertial Innere in Lukaskrankenhaus (1/2017 bis 3/2017)

Station(en)
M4B, M6A
Einsatzbereiche
Diagnostik, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Duesseldorf
Kommentar
Ich bin aufgrund des ansich guten Rufes und in der Hoffnung etwas zu Lernen zum LKH Neuss für das Innere Tertial gegangen, was ich sehr bereut habe. Innere war mein letztes Tertial, aufgrund aufgesparter Fehltage hat es (zum Glück) nur 12 Wochen gedauert. Davon habe ich acht Wochen auf der Gastroenterologie/Onkologie (Station M4B und M4A) verbracht, weitere 4 Wochen in der Kardiologie.

Zunächst das Positive:
- Die Assistenzärzte waren überwiegend nett. Manche haben sich sogar ab und an Zeit für einen genommen, etwas erklärt, oder einem was beigebracht.
- Die Kardiologie war teilweise ganz nett, da die Verantwortlichen mehr Interesse an PJlern gezeigt haben und man auch oft ins Herzkatheterlabor durfte.
- Durfte 2x eine Aszitispunktion, einmal eine Pleurapunktion machen
- Alle 2 Wochen einen Studientag

Vom restlichen Tertial, insbesondere von der Gastro/Onko kann ich ansonsten leider wenig Gutes berichten. Stichpunktartig:
- Auf M4B täglich >12 Blutabnamen (a 1-4 Röhrchen) zuzüglich Vigos am Tag (gute 3h trotz geübten Blutabnehmens, da echt altes und multimorbides Patientengut mit miesen Venen)
- Die Oberärzte, welchen ich in der Gastro/Onko begegnet bin, hatten kein bis kaum Engagement in Bezug auf die Lehre für PJler gezeigt (selbst auf aktive Interessensbekundung meinerseits hin - das Desinteresse oberärztlicherseits war wirklich extrem. Beispiel: Nach Blutabnahmen auf der Station in die Endoskopie gegangen, gefragt ob ich was zugucken dürfte. Dr. A.: "Alle Blutabnahmen erledigt?" PJler: "Ja. Assistenzärzte haben grade auch nichts für mich." Missmutiges aber konzedierendes Brummen seitens Dr. A. Koloskopie läuft, Fragen beantwortet Dr. A möglichst einsilbig, von sich aus erklärt Dr. A nichts. Kolo vorbei. Dr.A: "Geh ma lieber wieder auf Station, da ist bestimmt jetzt Aufnahme zu machen oder so." Zwei Tage später komm ich nach den Blutabnahmen nochmal in die Endoskopie, möchte zusehen. Dr. A. "Ne also Du kannst nicht ständig in die Funktionsaufnahme kommen, deine Aufnahme ist es das Blut abzunehmen und den Assistenten und der Pflege (!) Arbeit abzunehmen."
- Die Pflegekräfte waren nett, solange man ihnen Arbeit abnimmt und sich so verhält wie Dr. A. es verlangt. Das habe ich einige Wochen gemacht, danach habe ich mich, in der irrtümlichen Annahme ich müsse doch auch mal was über Innere Medizin und die Durchführung ärztlicher Aufgaben lernen, geweigert ALLE Blutabnahmen/Vigos alleine zu machen. Ab dann war ich ein Skandal für die Pflege.
- Keine wirkliche Möglichkeit eigene Zimmer/Patienten zu übernehmen (wurde zwar angeboten, was ich auch dankend angenommen habe; Anordnungen, Diagnostik und Therapie wurden dann aber trotzdem gänzlich durch den Assistenzarzt erledigt ohne mich auch nur zumindest zu Involvieren. Ich durfte dann den Brief schreiben.)
- Vorlesungen/Weiterbildungen fielen sehr oft aus
- Sobald Blutabnahmen und ggf Visite vorbei waren hat man sich viel gelangweilt.

Ich kann nur ausdrücklich davon abraten Innere Medizin am Lukas zu machen. Auch wenn die Kardiologie teilweise ganz nett war, die Gastro/Onko hat das mehr als kompensiert. Andere Stationen sollen zwar besser sein, aber bei mehreren PJlern kann man sich die Station nicht unbedingt aussuchen. Von allen Famulaturen und Tertialen war das trotz aufrichtigen Interesses meinerseits die mit Abstand schlechteste Erfahrung in meinem gesamten Studium.

Unterricht
1x / Woche
Tätigkeiten
Braunülen legen
Briefe schreiben
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Punktionen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
Knapp unter 600€

Noten

Stimmung Station
6
Kontakt zur Pflege
6
PJler-Ansehen
6
Stimmung Klinik
6
Unterricht
4
Betreuung
6
Freizeit
4
Lehre auf Station
6
Insgesamt
6

Durchschnitt 5.73