PJ-Tertial Orthopädie in Kantonsspital Frauenfeld (1/2016 bis 3/2016)

Station(en)
Orthopädie und Notaufnahme
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Vielleicht die Zusammenfassung zuerst: die Schweiz ist genial, die orthopädische Klinik so lala.
Ich habe auf der Orthopädie Frauenfeld mein PJ absolviert. Dort ist man Unterassistent mit einem Gehalt von 1300 CHF, wobei Pikett Dienste extra vergütet werden. Man ist aber fest Angestellter, sodass man nur 1,5 Urlaubstage pro Monat bekommt, eine Stempelkarte für die Arbeitszeiten und auch Pikett-Dienste über die Feiertage (Weihnachten=(( ) anfallen können.
Die ärztlichen Kollegen sind zum größten Teil aus Deutschland, die Pflege aus der Schweiz. Der Umgang zu den Ärzten ist ranglos. Die Pflege ist gewohnt schweizerisch, unglaublich freundlich.
Die Assistenzärzte sind größtenteils sehr nett und umgänglich, der Umgang mit den Oberärzte ist eher schwierig. Der Chefarzt ist eine Koryphäe, ein genialer Operateur und sehr korrekt.
Ein typischer Arbeitstag sieht folgendermaßen aus:
- kurz vor 7 auf Station; der PJler macht die präoperativen Checklisten
- kurzes gemeinsames Kaffeetrinken in der Cafeteria
- 7:30 Röntgendemo gemeinschaftlich mit allen Chirurgen; danach Treff auf Station mit allen Orthopäden: Vorstellen der stationären Patienten durch die Assistenzärzte, jeden Montag anschließend Journal Club
- danach teilen sich die Ärzte auf Sprechstunde, OP und Station auf: die Assistenzärzte sind zum größten Teil für die Station verantwortlich, die Oberärzte machen viel Sprechstunde und OP und der Chef operiert größtenteils
- als PJ Student hat man zum einen sehr nervige bürokratische Aufgaben (Termine abmachen, Sachen einscannen!) und zum anderen wird man bei Hüft- und Knie TEPs fest im OP eingeplant (die Station hat 2 Säle an 3 Tagen die Woche, den Rest Einen)
- Feierabend 16 Uhr

Ist man nicht eingeteilt und muss nix auf Station machen, kann man sich frei bewegen und in der Sprechstunde zugucken oder bei einer Visite der Assistenzärzte dabei sein. Tatsächlich interessiert aber eigentlich niemanden so richtig wo man ist oder was man macht. Selbst wenn man versucht sich einzubringen, betreut man auf Station keine Patienten, schreibt keine Briefe. Im OP kommt man trotz Engagements nicht über den Status des Hakenhalters, Absaugers, Zunähers hinaus, da man häufig auch noch mit den Assistenzärzten (und Oberärzten) konkurriert, die selten im OP sind. Wenn man dem Chef assistiert, kann man immer etwas lernen, auch vom zugucken. Ein "Teaching" existiert nicht.
Jetzt aber noch positive Sachen:
Man wird auch auf der Notaufnahme eingeteilt (3 Wochen in 4 Monaten). Dort betreut man alle chirurgischen Patienten von Anfang bis Ende (Aufnahmegespräch, Anmeldungen, Rücksprache mit Oberarzt, Entlassung) und kann auch oft praktisch tätig werden (Wundversorgung, Repositionen, Abzessentlastung). Unter PJlern ist es deshalb dort sehr begehrt.
Die Pikettdienste machen echt Spaß. Auch hier wird die gesamte Chirurgie betreut. Das heißt man kann auch mal als erste Assistenz bei einem Blinddarm oder einer Galle dabei sein.
Und natürlich ist die Schweiz unglaublich genial. Frauenfeld liegt im Flachland zwischen Zürich und Konstanz. Man sollte unbedingt mit dem Auto kommen, da die Bahn sehr teuer ist (geblitzt werden auch =). Ausflüge in die gesamte Schweiz sind sehr gut machbar (bis an den Lago Maggiore 3 Stunden!), Einkaufen in Deutschland, bis zum nächsten Skigebiet 1 h. Das Wohnheim ist auch toll und wird ständig mit neuen netten Leuten bevölkert. Was ich unterschätzt hab, ist, dass es im Flachland um den Bodensee im Winter ständig nebelig ist (der Januar hatte insgesamt nur 17 richtige Sonnenstunden). Sobald man 20 min Richtung Appenzeller Land fährt, ist man im strahlenden Sonnenschein.
Desch wird uhure lässchigg. Freut euch.
Bewerbung
Hab mich 1 Jahr vorher beworben.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Patientenvorstellung
Bildgebung
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
1300
Gebühren in EUR
Wohnheim circa 320 CHF, Parkplatz circa 110 CHF

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
2
Unterricht
5
Betreuung
3
Freizeit
1
Lehre auf Station
2
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.67