PJ-Tertial Anästhesiologie in LK Korneuburg (9/2016 bis 11/2016)

Station(en)
und Intensivstation
Einsatzbereiche
OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Wien
Kommentar
GEHEIMTIPP für Anästhesie- und Intensivmedizin-Interessierte!
Für die Lesefaulen unter euch – ich habe folgende Tätigkeiten eigenständig durchgeführt (natürlich unter Supervision, da Probleme in der Anästhesie schnell eine vitale Gefährdung darstellen können):

- Einleitung: orotracheale Intubation, Larynxmaske, ...
- Führen der Narkose – d.h. Beatmungsmaschine und Gas selbst einstellen, i.v. Medikamente verabreichen
- Ausleitung und Begleitung des Patienten in den Aufwachraum und Übergabe

Für die Lesefreudigen eine genauere Beschreibung:

Mir hat das 8-wöchige KPJ-Tertial auf der Anästhesie in Korneuburg hervorragend gefallen. Ich konnte in der Zeit immens viel praktische Skills, sowie das dazugehörige Hintergrundwissen erlenen.
Dabei ist das gesamte Team sehr bemüht ihr Wissen auch an die jüngeren Kollegen weiterzugeben.
Zum Team selbst: es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ich bisher noch nie in so einem freundlichen, zuvorkommenden und herzlichen Umfeld ein Praktikum machen durfte. Mit großen Wiener-Spitälern nicht vergleichbar. Wobei, wer vielleicht schon einmal auf der Notfall im AKH war, weiß, wie gut sich auch diese um ihre Studenten und Jungärzte kümmern. Kleines Manko hier ist die Warteliste von bis zu 2 Jahren für einen Famulatur- bzw. KPJ-Platz. Die gibt es in Korneuburg jedoch nicht.
Angefangen beim Primar, der sich auch mal zwischendurch eine Stunde für die Studenten Zeit nimmt um die verschiedenen peripheren Leitungsblöcke im Ultraschall durchzusprechen, bis zu den Oberärzten und Assistenzärzten sind alle sehr bemüht, die Techniken zu erklären und auch selbst durchführen zu lassen.

Ein typischer Tagesablauf:
Die Morgenbesprechung beginnt um 7:40 Uhr und dauert ca. 15min. Dabei werden alle planmäßigen Patienten und ihre Anästhesieverfahren besprochen und die Anästhesisten teilen sich auf die verschiedenen Op-Säle auf. Es gibt einen Urologie-, Chirurgie-, Gynäkologie-, Unfallchirurgie-, Akut- und tagesklinischen Op. Direkt danach kann man entweder ebenfalls in den Op oder aber auf die Intensivstation gehen.
Nach dem Einschleusen einfach an einen Anästhesisten dranhängen und schon geht’s los. Wie oben schon beschrieben, durfte ich regelmäßig intubieren, Larynxmasken setzen und die Narkose führen. Die ersten Tage habe ich mehr zugesehen, zuhause gelernt (kein muss, da man sehr viel im KH lernt) und mit den Ärzten alles besprochen. Dann konnte man relativ schnell immer mehr und mehr machen. Es ist auch möglich bei den richtigen Patienten eine Spinalanästhesie zu stechen. Ich wäre fast zu dem Vergnügen gekommen, nur leider gab es ein Missverständnis mit dem Patienten. Nachdem der Patient gefrühstückt hat, war die Sache gegessen.
Mit der Zeit musste ich sogar mehr Verantwortung übernehmen und das ist sehr wichtig um zu lernen wie es nach dem Studium sein wird. Es kam auch regelmäßig vor, dass man nach der Einleitung alleine im Op steht und bei möglichen Problemen einfach seinen zuständigen Arzt verständigt. Dieser ist nie weit entfernt und in weniger als 1min da. Ich finde es ist ein tolles Gefühl und eine Herausforderung diese Verantwortung zu übernehmen und den Patienten zu überwachen und optimal zu betreuen. Wer sich dem aber noch nicht gewachsen fühlt, muss das keinesfalls tun. Einfach immer absprechen und dann läuft alles glatt.
Meistens wird bis ca. 13 Uhr operiert und danach kann man Mittagessen gehen. Bis halb 2 ist die Kernarbeitszeit, bis 3 die Arbeitszeit. Genug Zeit um an seiner Mappe zu schreiben und das Erlernte zu vertiefen.

Alternativ: Intensivstation
Direkt nach der Morgenbesprechung werden die Patienten der Intensivstation von einem diensthabenden Arzt dem anderen übergeben. Dabei wird alles Relevante zu den Patienten besprochen; Verlauf, Bildgebung, Labor, etc. Gleich darauf startet die Visite und man hat die Möglichkeit die Patienten zu begutachten.
Mir hat die Intensivstation ebenfalls sehr gut gefallen, auch wenn oftmals gesagt wird, dass man als Student nicht so viel „tun“ kann. Jedoch geht es hier vielmehr um die ärztliche Entscheidungsfindung und engmaschige Überwachung, sowie einer adequaten Therapie.

Mein abschließendes Resümee:
Freunde haben mir Korneuburg empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Nach einer sehr schlechten Erfahrung bei einer Anästhesiefamulatur vor 2 Jahren in Wien habe ich das Fach für mich eigentlich schon abgeschrieben. Nun aber überlege ich die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin zu machen.
Ich kann eine absolute Empfehlung für die Anästhesie in Korneuburg aussprechen.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
650

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.00