PJ-Tertial Chirurgie in Klinikum Garmisch-Partenkirchen (5/2015 bis 6/2015)

Station(en)
Gefäßchirurgie 3/1,3/2
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Das Chirurgie Tertial war mein 1. Tertial. Die Kommunikation im Vorfeld war sehr angenehm. Man bekommt von Frau Pfeffer eine Email mit allen Details. Vor Beginn des Tertials muss man einen Lebenslauf, eine Bestätigung der Haftpflicht sowie ein Attest über verschiedene Impfungen ans Klinikum schicken.
Außerdem kann man angeben, ob man alle 4 chirurgischen Abteilungen (Endoprothetik, Allgemein-, Unfall- und Gefäßchirurgie) durchlaufen oder mehr Zeit in weniger Abteilungen verbringen möchte.
Frau Müller kümmert sich um das Wohnheimszimmer. Man kann sich den Schlüssel zB am Wochenende vor Beginn an der Pforte hinterlegen lassen und so flexibel einziehen.
Die Zimmer sind im Personalwohnheim auf dem Klinikgelände.
Die Toiletten und die Küche befinden sich auf dem Gang, aber man hat im Zimmer Dusche, Waschbecken, Kühlschrank und einen Balkon.
Alles in allem total in Ordnung, da die Unterkunft ja auch noch kostenlos ist.
Im Wohnheim liegen sonst noch Bereitschaftszimmer und Zimmer für Krankenpflegeschüler, sodass man sich auch an einem W-lan Zugang beteiligen kann.

Am ersten Tag bekommt man Kleidung, Schlüssel und Essensmarken. Ein iPad bekommt man geschenkt, wenn man die kompletten 16 Wochen im Klinikum verbringt. Bezahlung gibt es keine.
Mit den Essensmarken kann man sich Frühstück und Mittagessen holen. Gegen 16h kann man sich dann in der Küche auch noch ein Abendessen mitnehmen.

Ich war die ersten 5 Wochen auf der Gefäßchirurgie und es war ein super Einstieg für mich. Die Abteilung ist im Gegensatz zu den anderen chirurgischen Abteilungen relativ klein. Es gibt den Chefarzt, 2 Oberärzte sowie 2 Assistenen.
Man wird als Pj'ler geschätzt und hat guten Kontakt zu allen, da die Abteilung so klein ist.
In der Zeit, in der ich da war, gab es einen Assistentenwechsel, sodass ich überwiegend auf Station war (was mir ganz gelegen kam, da ich nicht unbedingt in den Op wollte). Letztendlich ist es einem aber freigestellt, ob man auf die Station, in den Op oder in die gefäßchirurgische Ambulanz geht.

Morgens beginnt die Visite um 7h auf Station. Die Stationen 3/1 und 3/2 sind zusammengelegt und bestehen letztendlich aus 40 Betten, die zur Hälfte mit allgemeinchirurgischen Patienten belegt sind.
Nach der Visite findet im Büro des Chefarztes die Besprechung statt und der OP-Plan wird angeschaut. Es wird meist in 1 oder 2 Sälen operiert. Es gibt ca 3-5 Operationen am Tag.
Danach kann man entweder mit in den Op, in die Sprechstunde oder eben auf der Station helfen.

Man hat sein eigenes Telefon und wird dann auch schon mal angerufen, wenn es was interessantes oder dringendes gibt.
Wie gesagt, ich war meist auf Station und habe dann erstmal die Blutentnahmen gemacht und Zugänge gelegt.
Da der Kiosk immer erst um 7h aufmacht, konnte ich vormittags dann im Arztzimmer frühstücken, wenn es gerade nicht so viel zu tun gab.
Verbandswechsel findet täglich statt und man kann diesbezüglich wirklich einiges lernen. Das durfte ich dann auch selbstständig machen, genau wie Fäden, Redons und ZVK ziehen und VAC-Wechsel auf Station. Genauso kann man sich um die Neuaufnahmen kümmern, bzw sich Patienten raussuchen und diese dann intensiver betreuen.
Letztendlich konnte ich alles (teilweise eben unter Aufsicht) machen, was die Assistenten machen.
Auf Station war das Klima wirklich super. Man kommt mit allen Pflegern gut aus und es sind alle sehr hilfsbereit. Ich wurde dort nie schlecht behandelt.

Dem Chef ist es wichtig, dass man pünktlich um 15:30h geht und ich konnte auch jedes Mal zum PJ-Unterricht gehen.
Ab und zu wird man vom Chefarzt etwas ausgefragt, aber man merkt eigentlich sehr schnell, dass das keineswegs böse gemeint, sondern nur zum Lernen gedacht ist.

Mir hat in der Abteilung besonders gut gefallen, dass meine Arbeit wirklich Wert geschätzt wurde. Ich habe mich nie als überflüssig oder störend empfunden und war auch nicht der "dumme Hakenhalter", der ausgenutzt wird.
Alle waren erreichbar, falls man Fragen hatte.

Ich kann also echt sagen, dass die 5 Wochen für mich sehr lehrreich und schön waren. Das familiäre Klima ist super, allerdings fällt es in so einer kleinen Abteilung natürlich auf, wenn man dauernd früher geht oder keine Lust hat, zu arbeiten.

Dem Chef ist es wichtig, dass man viel mitnimmt, wenn man das will.
Als Dank für meine Arbeit durfte ich kostenlos an einem Sono-Wochenendkurs mitmachen, den der Chef geleitet hat.

Übrigens gibt es den freien Freitag, den die LMU ja größtenteils wieder abgeschafft hat, immernoch in Garmisch. Da gibt es auch keine Probleme. Entweder man ist eben freitags nicht da oder nimmt die Tage kumuliert am Ende.
Bewerbung
Unkompliziert. Es sind übers Dekanat eigentlich immer genug Plätze verfügbar. Man braucht kein Empfehlungsschreiben.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Tätigkeiten
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Essen frei / billiger

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07