PJ-Tertial Anästhesiologie in St. Gertrauden Krankenhaus (3/2015 bis 6/2015)

Station(en)
Op, Intensivstation 35
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Super Tertial für mein Wahlfach Anästhesie. Ich hatte vorher nichts mit Anästhesie am Hut und auch nie eine Famulatur oder ähnliches in diesem Fach absolviert, hatte dementsprechend also 0 Erfahrung und Skills vorzuweisen.
Nach 3,5 Monaten PJ in der Abteilung habe ich aber so viel gelernt und mich so für das Fach begeistern können, dass ich später wahrscheinlich Anästhesie machen werde :)

Ein großer Vorteil des Hauses ist das riesige operative Spektrum (was ich für so ein kleines Haus nie erwartet hätte): Es gibt eine Neurochirurgie, Auge, HNO, Gyn, Allgemein-Viszeral-, Unfall- und Gefäßchirurgie! Insgesamt 11 OP-Säle (wobei gerade umgebaut wird und einige Säle somit geschlossen sind). Man sieht und lernt also nicht nur 08/15 Narkosen.
Außerdem besitzt das Haus zwei anästhesiologisch geführte Intensivstationen: Eine mit 12(bzw. 14) Beatmungsbetten und eine kleine mit ca. 10 nichtbeatmeten Betten. Dementsprechend ist die Anästhesiologie mit die größte Abteilung im Haus mit ca. 30 Ärzten.
Die Anästhesiepflege ist auch fast durchgehend supernett (Ausnahmen gibt es immer) und auch die Pflege auf der Intensivstation ist supernett.


Man verbringt den ersten Teil des Tertiales im OP:

Hier muss man sehen mit wem man am besten zurechtkommt und wo man am meisten machen kann. Die meisten erklären aber sehr viel und lassen einen viel machen. Je nachdem wie man sich anstellt, kann man iwann unter Aufsicht fast alles selber machen. Einzig ZVKs fallen im OP nicht ab, da es meist schnell gehen muss und es meist nur ca. einen pro Tag zu legen gibt.
Braunülen kann man aber legen bis sie einem zu den Ohren rauskommen :) Aber sowas muss man einfach nach einem Anästhesietertial können. Arterien durfte ich auch fast immer legen. Ansonsten wird man gut an das Airwaymanagment herangeführt: Maskenbeatmung, LAMAs, Intubieren bekommt man gut erklärt.
Wenn man dann einigermaßen eingeabeitet ist und die Leute kennt, kann man auch von Einleitung zu Einleitung zwischen den Sälen springen, so dass man Routine in den o.g. Dingen entwickeln kann.
Einzig Regionalanästhesien werden kaum gemacht, so dass ich da nicht viele gesehen habe und auch wenig machen konnte.

Hat man im OP genug Erfahrung gesammelt kann man, wenn man möchte, auf die Intensivstation wechseln. Hier ist die Arbeitsbelastung schon höher, aber wenn man Interesse zeigt, sich engagiert und versucht Arbeit abzunehmen, sind die Leute natürlich dankbar und man bekommt auch viel gezeigt.
Das Team besteht im Frühdienst ( Beginn 7.00 Uhr) meist aus 2-3 Assistenzärzten + Oberarzt. nach der Übergabe und kurzer OA-Besprechung werden die Patienten angeschaut, versorgt, CT-Fahrten gemacht, etc...Gegen Mittag ist jeden Tag OA-Visite, bei der man immer Fragen kann und viel erklärt bekommt. Meist bleiben die "handwerklichen" Dinge wie ZVKs, Shaldons, Picco-Arterien, Thoraxdrainagen, Pleurapunktionen, etc. nach der OA-Visite übrig und man findet erst Zeit dafür am späten Nachmittag. Wenn man hier Engagement zeigt und auch mal länger bleibt, bekommt man alles gezeigt und darf unter Aufsicht (wenn man sich nicht anstellt wie der letzte Mensch) viel machen!
Wenn man möchte kann man auch in Rücksprache mit dem Assistenzarzt eigene Patienten betreuen und stellt diese dann tgl. bei Visite vor. Hier lernt man ziemlich viel, auch über Krankheitsbilder der Inneren Medizin und generelles Management von Intensivpatienten. Einmal pro Woche ist zudem Visite vom Chef, der auch sehr um Teaching bemüht ist.


Zum PJ-Unterricht:
PJ- Unterricht gibt es in der Anästhesie nicht, würde sich auch nicht lohnen für einen PJler :)
Es gibt aber im Haus Unterricht in der Labormedizin 1x/Woche.
In der Inneren gibt es auch 1x/Woche Unterricht, wobei dort die PJler Vorträge halten. Keine Ahnung wie gut das dann ist...
Es gibt alle 3 Monate eine M+M Konferenz für das ganze Haus: Sehr empfehlenswert!
Zudem gibt es auf Intensivstation neuerdings wöchentlich eine kleine interne M+M Besprechung mit dem Chef, auch empfehlenswert.
Desweiteren gibt es 1x/ Monat unter den Anästhesieassis eine kurze Fortbildung, wo man natürlich auch teilnehmen kann.

Essen: 1x/Tag frei. es wird auch immer darauf geachtet, dass man Essen gehen kann. Qualität ist ganz ok, man kann meist zwischen Fleisch, Fisch und Vegetarischem auswählen.

Kleidung wird gestellt, allerdings sind die Öffnungszeiten zum Tausch relativ bescheuert. Auf Intensiv ist es aus Hygienesicht das Beste sich tgl. neue Scrubs aus dem OP zu holen..



Zusammenfassend kann man sagen: Wer motiviert ist, sich einbringt und sich nicht doof anstellt, kann hier echt ein super Tertial haben, in dem man viel machen kann und lernt!
Bewerbung
Über das PJ-Büro
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Punktionen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.2