PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Universitaetsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Luebeck (8/2013 bis 10/2013)

Station(en)
45a
Einsatzbereiche
Station, OP, Notaufnahme
Heimatuni
Rostock
Kommentar
Arbeitszeit war auf dem Papier 7-16 Uhr. Ansage bei der Einführungsveranstaltung: "Wenn ihr doch mal ne Stunde länger bleibt, weil die OP zum Beispiel noch nicht zuende ist, dann könnt ihr am nächsten Tag ja auch ne Stunde früher gehen." - Vergesst es. Ich kann die Tage, an denen ich pünktlich raus bin, fast an einer Hand abzählen. Dass man als Student auch mal bis halb sieben abends im Saal steht ist nicht selten.
Das Team war aber sehr nett und engagiert, sowohl Ärzte als auch Schwestern. Allerdings mangelt es an Geld, Personal und Zeit, sodass die Lehre einfach viel zu kurz kommt und die Arbeitsbelastung sehr hoch ist.
Einmal die Woche ist Oberarztlehrvisite, die auch ganz gut ist, wenn sie stattfindet. Donnerstags ist Studentenseminar, dass ich nur zwei mal besuchen konnte, weil ich sonst im OP stand.
In den OP muss definitiv jeder, und auch oft und viel und lange. Man kann dort viel sehen und, wenn man an die richtigen Leute gerät und sich nicht ganz doof anstellt, auch was machen außer Haken und Klappe halten.
Den Rest der Zeit verbringt man dann eigentlich auf Station, mit Blutentnahmen, Zugängen legen und Briefe schreiben sowie hier und da ein Verband. In den ganzen 8 Wochen habe ich 2 Patienten aufgenommen - damit ist man also weniger beschäftigt.
Es gibt auch noch diverse Sprechstunden, Poliklinik und Notaufnahme. Letztere hab ich während eines freiwilligen Nachtdienstes gesehen. Für den Rest blieb mir eher wenig Gelegenheit.
Die ursprüngliche Idee, dass jeder Student ein Zimmer zugewiesen bekommt, um das er sich von Aufnahme bis Entlassung kümmern soll, wurde bereits im Keim erstickt.

Trotz der hohen Arbeitsbelastung kommt man dann und wann doch mal zum Mittagessen im Personalkasino. Ob sich das lohnt, ist die zweite Frage: als Student hat man die Wahl zwischen Menü 1 oder 2 (vegetarisch), einer Ofenkartoffel (das einzige, das ich wirklich empfehlen kann) oder belegten Brötchen, die es, inkl. einem kleinen Getränk, jeden Tag gratis gibt. Den Rest muss man selber bezahlen oder beim netten Kassierer durchschummeln. Das Essen an sich ist allerdings eher miserabel, geschmack- und formlos und hält leider auch nicht lange satt.

Alles in allem kann ich die Allgemeinchirurgie des UKSH Lübeck leider nicht empfehlen. Wären die Ärzte, Schwestern und Studenten nicht so super gewesen, hätte ich vermutlich nach der dritten Woche die Station gewechselt.

Ein großes Lob geht übrigens noch an Schwester Dana, die neue Studentenbeauftragte. Wenn sich einer um die Studenten bemüht, dann sie.
Bewerbung
Beworben hab ich mich formlos per Mail bereits im Januar im Studiensekretariat bei Frau Hartmann. Daraufhin bekam ich einen Vordruck zugeschickt, den ich ausgefüllt zurückgeschickt habe.
Im ersten Durchgang Anfang Juli wurde ich abgelehnt, bin aber über das Nachrückverfahren doch noch drangekommen.
Dann ging die Wohnungssuche los. Viel Spaß dabei! Die Lübecker sind da etwas merkwürdig.
Wenn ihr Gelegenheit dazu habt, schaut schon mal vorher in der Wäscheabteilung der Klinik vorbei, um eure Kittel zu bestellen (sonst müsst ihr mitunter 6 Wochen darauf warten). Lohnt sich aber nur, wenn ihr mehr als 1 Tertial da seid, denn sonst bekommt ihr eh nur Leihkittel, die ihr regelmäßig dort wechseln könnt.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Blut abnehmen
Mitoperieren
Rehas anmelden
Patienten aufnehmen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
3
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
5
Lehre auf Station
2
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.73