PJ-Tertial Pneumologie in Hospital del Mar (4/2013 bis 7/2013)

Station(en)
Tagesklinik, Notfall, Schlaflabor, Forschungslabor, Funktionsabteilung
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Rostock
Kommentar
Wohnungssuche (+Lage, Ausstattung):
Viele Studenten gehen bei der Wohnungssuche wie folgt vor: Sie mieten sich für ca. 1 Woche in einem Hostel ein und suchen direkt vor Ort eine Bleibe. Auf www.Loquo.com erscheinen täglich mehrere Angebote, sodass es nicht schwer ist, was zu finden. Ich wollte das auch so machen, bin aber einige Zeit vorher einer Facebook-Gruppe (Erasmus Barcelona) beigetreten. Dort werden auch immer wieder Zimmer angeboten und ich hatte mich auf ein Inserat gemeldet. Leider war dies schon vergeben, aber mir wurde gesagt, dass sie die Augen und Ohren für mich offen halten wird, falls eine ihrer Freundinnen ein Zimmer vermietet. Da war für mich klar, dass dies eh nix wird und ich mir ein Hostel nehmen werde. Doch ca. 3 Wochen bevor ich nach Barcelona ging, meldete sie sich wieder und sagte mir, dass eine Freundin tatsächlich ein Zimmer frei hat. Also nahm ich Kontakt auf und lies mir Bilder schicken. Wichtig ist zu fragen, ob das Zimmer ein Fenster hat und wenn ja, ob es „exterior“ ist. Denn viele Fenster gehen in Spanien in die Innenhöfe, die mitunter sehr, sehr klein sind und man das Nachbarfenster nur 1m gegenüber hat. Da mir die Wohnung gefiel (außerdem wollte ich auf jeden Fall mit Spaniern zusammen wohnen und in meiner Wohnung wohnten 3 Spanierinnen), sagte ich zu. Es gibt keinen Mietvertrag, deswegen kann man nach einem Monat problemlos ausziehen. Das macht es etwas einfacher, wenn man merkt, dass es doch nicht das richtige war.
Meine Wohnung und mein Zimmer waren komplett ausgestattet. Das Zimmer hatte ein Bett, einen Schreibtisch mit Stuhl und einen Schrank. Bettwäsche und eine Bettdecke musste ich selbst mitbringen. Auch in der Küche gab es sämtliche Utensilien. Internet gab es über Wlan (10€/Monat). Das Zimmer (ca. 6-7qm, dafür großes exteriores Fenster und zentral gelegen) kostete mich 300€ kalt, dazu kamen noch ca. 40€ Nebenkosten. Das sind absolut normale Preise für Barcelona, wenn man zentral wohnen möchte. Das Viertel Eixample bietet sich hier am meisten an, da es sehr gut gelegen ist und noch dazu relativ groß.
Zwei Wochen vor Ende meines Aufenthaltes endete der Vertrag unserer Wohnung. Da 2 meiner Mitbewohnerinnen auszogen und ich ja auch bald die Wohnung verlassen wollte/musste, hat die Dritte im Bunde den Vertrag nicht verlängert. Ich habe mir dann über www.Airbnb.com ein neues Zimmer gesucht. Dort werden Zimmer tageweise angeboten. Das geht relativ einfach, denn es gibt hunderte Inserate.
Ablauf Praktikum/Vorkenntnisse Spanisch:
Am ersten Tag ging ich zur Sekretärin, die über mein Kommen schon Bescheid wusste. Sie sagte mir, ich soll auf Dr. Ferrer warten. Der kam dann kurze Zeit später und führte mich erst einmal durch das komplette Krankenhaus. Im ersten Monat war ich mit ihm in der Tagesklinik. Er kümmerte sich auch um den ganzen Papierkram, den ich noch ausfüllen musste, um einen Praktikumsvertrag des Krankenhauses zu erhalten. Außerdem organisierte er eine Rotation für mich, sodass ich nach dem Monat in der Tagesklinik einen Monat in der Notaufnahme, 2 Wochen im Forschungslabor, 3 Wochen in der Funktionsabteilung (Bronchoskopie, Pletysmografie, Spiroemtrie, kardiopulmonale Belastungstests) und 2 Wochen im Schlaflabor war (alles natürlich Pneumologie). In den ersten 3 Wochen war es noch etwas schwierig für mich, die Patienten zu verstehen. Dies wurde aber sehr schnell besser. In Barcelona wird katalan gesprochen, sodass man die Ärzte immer mal wieder erinnern muss castellano zu sprechen. Das ist kein Problem für sie, machen sie auch gern, vergessen sie aber manchmal einfach, weil es nicht üblich ist. Ich habe vorher in Deutschland 5 Sprachkurse in der Uni gemacht (ungefähr Niveau B2). Das hat mir extrem geholfen, weil ich die Grundprinzipien (Zeitformen etc.) schon kannte und nur noch lernen musste, diese korrekt einzusetzen oder die Verben zu bilden. Viele gehen ja mit deutlich weniger Kenntnissen ins Ausland, ich fand diese Vorbereitung extrem hilfreich. Medizinisches Spanisch lernt man ganz schnell. Die Begriffe ähneln extrem der lateinischen Sprache.
In der Tagesklinik konnte ich regelmäßig die Anamnese erheben und die Lungen auskultieren (dies ist die einzige körperliche Untersuchung, die da gemacht wird). In der Notaufnahme war es ähnlich, auch wenn es den Patienten dort natürlich etwas schlechter geht. Im Forschungslabor habe ich einiges über ELISA und Western Blot gelernt (ja ich weiß, das braucht man zum Stex nicht, ich fand es trotzdem interessant). In der Funktionsabteilung habe ich dann einiges über kardio-pulmonale Belastungstests, Bronchoskopien, Pletysmografien und so weiter gelernt. Die letzten beiden Wochen verbrachte ich im Schlaflabor.
Land und Leute:
Die spanische Mentalität und das Leben hier sind einfach komplett anders als in Deutschland. Arbeitsbeginn ist 9 Uhr, dann wird erst einmal gefrühstückt. 14 Uhr gibt es eine einstündige Mittagspause und Schluss ist für die Ärzte meist zwischen 5 und 6. An die Essenszeiten muss man sich erst gewöhnen, aber das geht relativ schnell. Ich war außer in Barcelona 2-mal jeweils über das Wochenende in Madrid (per Flieger) und in Valencia (per Zug). Diese beiden Städte lohnen sich auf jeden Fall anzuschauen. In Barcelona lohnt es sich mal ein Mountainbike auszuleihen und auf den Tibidabo (höchster Berg hier) zu radeln oder ein Fußballspiel im Camp Nou anzusehen. Auch die Tour durch das Stadion ist sehr interessant. Auch wenn man einiges über die Kriminalität in anderen Berichten liest, kann ich nicht sagen, dass es hier gefährlicher als bspw. in Berlin ist. Nachts sind immer Menschen auf der Straße, weil hier extrem viele Touristen sind. Das macht es in meinen Augen weniger gefährlich. Trotzdem sollte man sich vor allzu kleinen Gassen nachts in Acht nehmen. Geklaut wird vor allem tagsüber extrem viel. Obacht in der Metro, auf der Rambla oder am Strand. Portmonee immer in die vordere Hosentasche und in den Rucksack keine Wertsachen!
Fazit (Empfehlung):
Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Spanien. Ich war zwar im letzten Tertial hier, habe aber das PJ trotzdem nicht verkürzt. Das wäre für mich verschenkt gewesen. Den Antrag für das Staatsexamen kann man auch schriftlich einreichen und 70 Tage zum Lernen reichen hoffentlich auch. Ich kann jedem Barcelona nur empfehlen. Die Stadt hat einfach alles: Meer, Strand, Berge, Sehenswürdigkeiten. Schade, dass die Zeit so schnell vorbei war!
Bewerbung
Bewerbung:
Ursprünglich dachte ich, dass ich ein PJ-Tertial nur an den Partneruniversitäten meiner Uni machen kann. Das wäre Bilbao und Granada gewesen. Da man das PJ selbst organisieren muss, habe ich E-Mails an die Studentensekretariate geschickt, die leider nicht beantwortet wurden. Ein guter Freund von mir hatte mir dann erzählt, dass er in Barcelona eine Famulatur gemacht hat und mir die E-Mail-Adresse der Ärztin geben kann, die für ihn zuständig war. Meine Nachricht an sie hatte sie innerhalb eines Tages beantwortet und damit hatte ich die Zusage. Das war ca. 1 Jahr vorher. Das Training-Agreement war dann nur noch Formsache. Dies hatte ich per Mail hingeschickt und bekam es auch per Mail unterschrieben zurück.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Bildgebung
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Poliklinik
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
3
Unterricht
5
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.20