PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Ospedale di Bolzano (11/2014 bis 3/2015)

Station(en)
Allgemeinchirurgie, Gefäß-, Thoraxchirurgie
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich war 3 Monate auf der Allgemeinchirurgie und 1 Monat auf der Gefäß- und Thoraxchirurgie, was sich sowohl von Qualität als auch Team sehr unterschieden hat.
Auf der Allgemeinchirurgie geht es 07:30 Uhr los mit der Morgenbesprechung auf Italienisch. Danach wird man als PJler im OP gebraucht und ist dort meist 2. oder 3. Assistenz. Wenn man viel fragt, bekommt man auch einiges beantwortet, je nach Arzt. Je nachdem wieviel PJler da sind, kann man in der Regel aber nach dem Mittagessen (12 Uhr) gehen. Es gibt einen Spätdienst (12-18 Uhr), den Notfall-OPs abdeckt. Es gibt auch die Möglichkeit in die ambulanz zu gehen. Dort darf man aber in der Regel nicht untersuchen, sondern schaut zu. Visite ist nicht besonders ergiebig. Aufgaben wie Blutabnehmen etc. werden regulär von den Schwestern übernommen. Generell ist die Stimmung freundlich aber man interessiert sich nicht besonders für die Studenten. Solange man da ist, wenn man gebraucht wird, ist alles gut. Die Ärzte haben von sich aus nicht viel Engagement gezeigt und es war daher oft schwer die Zeit auf Arbeit sinnvoll zu gestalten bzw. wirklich was zu lernen. Ganz großes plus ist allerdings die Freizeit. Dadurch, dass sich niemand interessiert, wer im OP assistiert, konnte man mindestens einmal pro Woche frei machen und auch mehrere Wochen Urlaub am Stück waren im ganzen Tertital möglich (frei über Weihnachten war gar kein Problem).

Auf der Gefäßchirurgie herrschte eine offenere Stimmung für PJ-Studenten. Auch hier die Morgenbesprechung in italienisch mit Röntgenbildern etc., ab und an wird aber auch extra auf Deutsch übersetzt. Man kann sich aussuchen, ob man in die Ambulanz geht (Wundversorgung oder OP-Nachbetreuung), im OP assistiert oder zur Visite mitgeht. Ein langer Arbeitstag geht hier bis 15 Uhr. Oft kann man aber auch mittags gehen. Außerdem hat man regulär einen Studientag pro Woche. Die Stimmung ist aufgeschlossen und freundlich, häufig erklären die Ärzte von sich aus. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es aber auf Nachfragen ausführliche Antworten. Im OP ist man meist 2. Assistenz darf ab und an aber nähen oder Drainagen stechen. Dennoch kommt auch hier die Freizeit nicht zu kurz, der Primar ist sehr aufgeschlossen und an Studenten interessiert, sieht aber auch, dass man mal Skifahren oder wandern muss...Alles in allem sehr angenehmes Arbeitsklima.
Bewerbung
1 Jahr im vorraus, bei Frau Tammerle (Sekretärin des Krankenhauses).

Es ist von Vorteil italienisch zu sprechen, da nicht nur im Krankenhaus italienisch gesprochen wird, sondern Bozen zu 75 % italienischsprachig ist. Ich konnte jedoch kein Wort und man kommt relativ schnell durch zu hören rein. Praktischer ist es schon, wenn man es aber auch sprechen kann (für Arzt- und Patientenkontakt).
Alles in allem ist Bozen keine schlechte Wahl, wenn man überhaupt keine Lust auf Chirurgie hat, da man es sich oft gemütlich machen kann und die Umgebung einfach traumhaft ist und viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung da sind. Der Lerneffekt ist aber gering, selbst wenn man sich bemüht (Ausnahme Gefäß- und Thorax) und oft muss man die Zeit tot schlagen.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Mitoperieren
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
6
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
6
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3.27